Das Wirkungsprinzip der Stichheiler basiert darauf, dass die gestochene Hautstelle über einen kleinen Goldkontakt im Stichheiler (Durchmesser ca. 5 mm) für einige Sekunden Zeit stark erhitzt wird und dadurch die für den Juckreiz verantwortlichen Stoffe in/unter der Haut zerstört werden. “Stark erhitzt” heißt um die 50°C. Bereits letztes Jahr hatte ich den Stichheiler von Beurer kennengelernt und ein paar Mal ausprobiert, war aber mit der Bedienung nicht so ganz zufrieden.
Das Problem des Beurer Stichheilers lag für mich in der Anwendung: Er hat eine Taste, die man drückt um die Kontaktfläche zu erhitzen. Die Hitzeeinwirkung ist unangenehm spürbar, je nach betroffener Hautstelle auch schmerzhaft, vielleicht vergleichbar mit einigen Tropfen heißem Wachs. Beim Benutzen des Beurer-/Sanitas-Gerät war ich mir nicht sicher, wann die Hitze-Einwirkung lang genug war um die Insektenstoffe zu zerstören, aber so kurz, dass man den Schmerz nicht länger aushalten muss als nötig.
Ein Kunde bei Amazon hat das Gerät mit einem Stern bewertet, weil er sich bei der Benutzung eine Brandblase geholt hat. Ich vermute aber, dass der Kunde die Taste zu lang gedrückt hat. Wenn man nach Anleitung handelt, sollte man sich an den 50°C nicht wirklich verbrennen. Zur Zeit scheint der Stichheiler von Beurer nicht bei Amazon erhältlich zu sein, aber der Mückenstichheiler von Sanitas* sieht baugleich aus. Bestellmöglichkeiten für das Beurer-Gerät sind alternativ über eine Google-Suche zu finden.
Für den bite away habe ich mich entschieden, weil dort die Prozedur eleganter gelöst ist. Der bite away verfügt über zwei Taster, die das Gerät entweder für 3 oder 6 Sekunden erhitzen. Gezählt werden diese Sekunden, nachdem die goldene Kontaktfläche auf 50°C erhitzt wurde. Im Gerät sitzt ein Microchip, der den Erhitzungsvorgang steuert. Wenn die Temperatur erreicht ist, leuchtet eine grüne LED und nach den 3 bzw. 6 Sekunden schaltet das Gerät ab und piepst. Man muss also nur einmal drücken und muss sich nicht mit Zählen beschäftigen. Obwohl das auch vom Schmerz ablenken könnte
Ja, der Schmerz ist deutlich spürbar, aber nur kurz und dadurch gerade erträglich. Und wer den Schmerz aushält wird belohnt, weil das Jucken aufhört oder im Fall eines Bienen- oder Wespenstiches der Schmerz durch den Stich aufhört. Und damit komme ich zu meiner Aussage, dass sich manche Ausgaben schnell bezahlt machen:
Wir haben viel Klee in unserem Rasen, den wir im Moment wegen der Hitze nicht mähen konnten. Und wir haben zwei Kinder, die noch in dem Alter sind, dass sie ungern auf die Ermahnungen der Eltern “Lauf nicht barfuß über den Rasen, da sind Bienen im Klee!” hören oder diese jedenfalls gerne vergessen. Und so hatten wir am Samstag die erste Gelegenheit für den Härtetest des bite away. Unsere Tochter war auf eine Biene getreten (auch wenn sie anderer Meinung war).
Also habe ich den Stichheiler rausgeholt und angeboten, den Stich damit zu behandeln. Wer Kinder hat, weiß dass die Antwort auf so ein Angebot fast immer ablehnend ist – obwohl ihr der Stich weh tat, wie sie durch laute “Autsch”-Rufe bestätigte. Also musste sie zu ihrer Behandlung und ihrem Glück gezwungen und festgehalten werden, dann drückte ich die 3 Sekunden-Taste, die Autsch-Rufe wurden noch ein bisschen lauter. Nach dem Piepsen ließen wir los und sie beschwerte sich zwar, dass die Behandlung weh tat, aber vom Schmerz des Stiches war danach nicht mehr die Rede. Ich muss gestehen, dass ich selbst überrascht war, dass der Stich offensichtlich so schnell geheilt war.
Das gleiche durften wir einen Tag später auch noch einmal bei unserem Sohn feststellen, auch ihm tat zwar die Behandlung kurz weh, aber danach waren die Schmerzen durch den Stich fast augenblicklich verschwunden.
Ich selbst habe bei mir mit dem Gerät schon mehr als 10 Mückenstiche behandelt, und meist die 3-Sekunden angewandt, da mir 6 Sekunden zu lang sind. Wenn die nicht helfen, kann man den Stich später auch noch ein zweites Mal behandeln und sollte dann Ruhe haben. Es kam bei einigen Stichen vor, dass ich sie ein zweites Mal behandelt habe, aber in fast allen Fällen brauchte ich keine Salben oder Ähnliches mehr gegen den Juckzreiz zu verwenden. Auch bei einigen Verwandten durfte ich testen – selten ohne eine überraschten Schmerzensschrei
Aber es hat hinterher keiner gesagt, dass es nicht wirkt.
Noch nicht getestet haben wird den Stichheiler nach Wespenstichen, aber ich gehe davon aus, dass er danach genauso gut hilft.
Das Gerät ist in zwei Varianten zu haben, entweder etwas länger in Stiftform, genannt Cobra*, oder etwas kürzer aber breiter als Maus
*. Beide Geräte sind bei Amazon für 28,06 EUR inklusive Versandkosten zu haben – oder direkt im Shop des Herstellers für 29,45 EUR (inkl. Versand). Der Stichheiler ist also leider nicht umsonst zu haben, hilft aber schneller und effektiver als andere Mittel. Und man erspart sich das wiederholte Einsalben von Mückenstichen – was meist den Juckreiz auch nicht eine ganze Nacht beseitigt.
Übrigens gibt es auch einen kurzen Video-Beitrag in der Mediathek des SWR-Fernsehens, wo verschiedene Mittel gegen Mückenstiche miteinander verglichen wurden. Der Stichheiler war die erste Wahl, wenn auch von den Testerinnen als schmerzhaft empfunden, wie man deutlich ab Minute 1:54 sehen kann
Trotzdem ist am Ende (ab Minute 3:56) der Stichheiler laut Testerin
“mein Favorit. Tut weh, richtig weh, aber der Schmerz lohnt sich.”
Kleines Update: Der Link zum Video hat sich nach Veröffentlichung meines Artikels geändert, ich habe ihn natürlich angepasst. Sollte sich der Link noch einmal ändern, kann eine Suche in der Mediathek nach dem Stichwort “Mückenstich” helfen, darüber habe ich den Beitrag selbst wiedergefunden. Es sind zur Zeit insgesamt drei Videos aus der Sendung MARKTCHECK vom 15.7.2010 verfügbar, allerdings dürfen die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Artikel und Videos nicht mehr “ewig” zur Verfügung stellen, es kann also sein dass die Videos irgendwann gelöscht werden.
Ich habe das “Was hilft danach”-Video verlinkt, aber auch das 8-minütige Video mit dem Titel “Was schützt vor Stichen” ist ganz interessant. Hier kann man sehen, wie die Testterinnen zu ihren Mückenstiche gekommen sind – sie haben nämlich ganz mutig(!) beide Arme, die mit verschiedenen Anti-Mückenschutzmitteln behandelt wurden, für 5 Minuten in einen Kasten gesteckt, in dem sich zahlreiche Labor-Mücken befanden (ab Minute 5:14).
Der Stichheiler kam bei mir übrigens nicht, wie im SWR-Film gezeigt, in einem großen Karton, sondern in einer Blisterpackung inklusive zwei Duracell AA-Batterien, die laut Anleitung für mindestens 100 Anwendungen ausreichen. Hier noch ein Foto um die Größe abschätzen zu können:
Wem das Gerät zu teuer ist, der könnte seine Stiche vielleicht auch nach Cowboy-Art mit einem Messer “ausbrennen”, aber da schätze ich das Risiko sich zu verbrennen höher ein als den Nutzen – und wir reden ja nicht von Schlangenbissen
Natürlich freue ich mich über eigene Erfahrungen von anderen Stichheiler-Benutzern, bitte benutzt dazu die Kommentarfunktion unten.
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