Bild von arinas74 / sxc.hu

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Heute vor einem Jahr hatte ich meinen letzten Arbeitstag als Angestellter. Seitdem bin ich auf mich “Selbst”gestellter – und habe 9 Monate dankbar den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit empfangen. In diesem September zum letzten Mal, denn da ich selbst gekündigt hatte, musste ich erst die dreimonatige Sperrfrist abwarten, das heißt den vollen Gründungs­zuschuss habe ich zum ersten Mal im Januar 2010 bekommen, den letzten vor ein paar Tagen im September.
Jetzt bekomme ich noch 6 Monate die 300 EUR Pauschale, und dann bin ich ganz allein auf mich gestellt. Aber ich habe es ja nicht anders gewollt. :-)

Ein Jahr Selbständigkeit: viel erlebt, viel gelernt, manchen Fehler und manche Enttäuschung gehabt, aber auch überraschende Erlebnisse und Erfolge. Viel gearbeitet habe ich auch, leider häufig ohne diese Arbeit jemandem in Rechnung stellen zu können. Aber das gehört einfach dazu, gerade in der Anfangsphase, wenn einem Fachgebiete wie Buchhaltung und (Geschäfts-)Steuern noch fremd sind. Dann muss man sich einfach durchlesen, -fragen und -beißen.

Sehr geholfen, vor allem in der Überlegungs- und Planungsphase (also noch während meiner Zeit als Angestellter) haben mir die beiden Bücher
Praxisbuch Existenzgründung: Erfolgreich selbständig werden und bleiben und
Praxisbuch für Freiberufler: Alles, was Sie wissen müssen, um erfolgreich zu sein,
beide von Svenja Hofert.
Außerdem viele der Artikel von akademie.de, wie ich in meinem Artikel Steuererklärung für Einsteiger schon einmal erwähnte.

Hilfreiche Internetseiten zum Thema Existenzgründung

Natürlich existieren auch im Internet zahlreichen Seiten, die sich mit dem Thema Existenzgründung beschäftigen. Hier einige davon, alphabetisch sortiert:

www.existenzgruender-nrw.info
www.foerderland.de
www.gruenderlexikon.de
www.gruenderreports.de
www.gruenderszene.de
www.gruendungszuschuss.de
www.heenemann.de/ratgeber.htm
www.impulse-gruenderzeit.de
www.selbststaendigentipps.de
www.unternehmerinfo.de

Nicht zu vergessen der Arbeitslosengeld-Rechner, der einem, wenn man wie ich freiwillig kündigen will, in der Planungsphase schon einmal ausrechnet, wie hoch der Gründungszuschuss ausfallen würde.

Auch sehr wichtig ist das Thema Rentenversicherungsinfos für Existenzgründer.

Angebote des BMWi

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) bietet neben vielen kostenlosen Informationen auf der Seite www.existenzgruender.de auch ein großes Softwarepaket (625 MB) für Gründer und junge Unternehmen, aktuell in der Version 9.3. Allerdings ist das Paket schon fast zu umfangreich. Das BMWi sagt selbst über das Softwarepaket:

Das Softwarepaket für Gründer und junge Unternehmen ist ein kostenloses Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Es unterstützt einerseits Gründer, die Existenzgründung vorzubereiten und durchzuführen. Andererseits hilft es jungen Unternehmern, den geschäftlichen Alltag zu meistern.

Sehr zu empfehlen sind auch die Infobriefe GründerZeiten, von denen es inzwischen 56 Ausgaben gibt, sowohl in gedruckter Form als auch als Download. Die GründerZeiten geben “Hinweise, Hilfen und praktische Lösungsvorschläge zu typischen Problemlagen”.

Geld verdienen im Internet?

Für diejenigen, die sich bei Ihrer Selbständigkeit auf das Internet stützen wollen, oder anders ausgedrückt “Geld im Internet verdienen wollen”, empfehle auf jeden Fall ich die Lektüre von Selbständig im Netz.

Peer Wandiger, der Mann (“Webdesigner, Programmierer und Blogger”) hinter Selbständig im Netz, schreibt immer wieder interessante Artikel, und sagt über sein Blog:

Hier auf “Selbständig im Netz” findest du hunderte Artikel über alle Aspekte des Geld Verdienens im Internet.

Und auch dann, wenn man das Internet “nur” nutzen will, um sein neues Unternehmen mit einer Website bekannt zu machen, enthält Selbständig im Netz viele hilfreiche Artikel. Es gibt übrigens von Peer Wandiger noch ein weiteres Blog namens BLOGPROJEKT, in dem er “Tipps und News für neue und professionelle Blogger” schreibt.

Die IHKs und Gründerseminare

Gute Anlaufpunkte für Existenzgründer sind natürlich auch die Industrie- und Handels­kammern vor Ort, aber auch im Internet:

Startcenter NRW – Märkische Region
Unternehmensgründungsseite der IHK München
Andere IHKs finden

Ich habe meinen Businessplan zum Beispiel mit Hilfe des Dokumentes “Unternehmens­gründungs­konzept” der SIHK Hagen geschrieben, doch dazu demnächst mehr in einem eigenen Artikel.

Sehr empfehlen kann ich auch die Teilnahme an einem Gründerseminar. In meinem Fall habe ich an einem Gründerseminar von Gründer Concept teilgenommen, das recht komprimiert an einem Wochenende stattfand und mir einen guten Überblick über das Gesamtthema Existenzgründung geboten hat. Auch eine gute Gelegenheit, die eigene Gründungsidee einmal anderen vorzustellen, mit ihnen zu besprechen und gezielte, konkrete Fragen zu stellen.

Hier wird natürlich jeder Existenzgründer einen Anbieter suchen, der seine Seminare nicht zu weit vom eigenen Wohnort entfernt anbietet. Auch hier können die IHKs bei der Suche nach Anbietern weiterhelfen. Es gibt die Seminare natürlich auch an normalen Wochentagen.

Sie brauchen technische Unterstützung? Ich helfe gerne weiter

Sollten Sie sich die Entwicklung der eigenen Website oder des eigenen Weblogs nicht selbst zutrauen, nehmen Sie mit mir Kontakt auf, ich helfe Ihnen gerne weiter – Kontakt­möglich­keiten finden Sie im Impressum.
Wenn Sie Ihre Existenz im Großraum Bonn, Neuwied, Koblenz, Westerwald aufbauen wollen, helfe ich Ihnen auch bei der Einrichtung Ihres Büronetzwerkes, der Auswahl von PCs und Druckern und/oder einem geeigneten Internet-/Telefon-Provider.

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7 Kommentare to “Ein Jahr Selbständigkeit”

  1. Crazy Girl sagt:

    1 Jahr bist Du selbständig? Dann habe ich Dir noch weitere 5 Jahre voraus. Im Januar hatte ich das 6jährige ;-)
    Kleiner Tipp am Rande: Mach Deine Steuererklärung nicht selbst. Ich war bei der ersten auch so doof und hab mir damit gleich eine Außenprüfung vom Finanzamt eingehandelt. Da saß dann der Herr Finanzbeamte in meinem Büro und prüfte das gesamte Jahr, fast jeden einzelnen Beleg…
    Nicht dass ich es nicht gekonnt hätte (er fand auch nix zu beanstanden), schließlich habe ich das alles ja auch mal gelernt. Nur der Stempel vom Steuerberater ist dort wirklich was wert :-(

  2. Martin sagt:

    Hallo Crazy Girl,
    danke für deinen Gegenbesuch :-)
    Tja, wenn wir beide selbständig bleiben, kann ich dich wohl auch nicht mehr einholen…

    Dass das Finanzamt bei vergleichsweise “kleinen” Selbständigen schon im ersten Jahr eine Prüfung ansetzt, erstaunt mich allerdings. Danke für deinen Hinweis.

    Natürlich ist es nach etlichen Jahren als Angestellter für mich etwas sonderbar, dass ich jetzt für alles selbst zuständig bin. Früher hat mein Arbeitgeber meine Einkünfte automatisch ans Finanzamt weitergeleitet. Jetzt könnte ich doch *theoretisch* machen und angeben was ich will, ohne das es jemand merken würde. Gut, das ist sowieso nicht meine Art.

    Und weil das erste Jahr noch recht übersichtlich war, werde ich, zumindest für 2009, meine Steuererklärung doch selbst machen. Wo ich mir doch gerade im ersten Jahr so viel Mühe mit meiner (EÜR) Einnahme-Überschussrechnung gemacht und immer brav jeden Monat meine Umsatzsteuer-Vorsteueranmeldung verschickt habe, hätte ein Steuerberater gar nicht mehr viel zu tun. Und nur für den Stempel zu bezahlen ist mir auch zu schade.

    Vielleicht sind die Finanzamt-Mitarbeiter ja dieses Jahr durch die Auswertung der Steuersünder-CDs sowieso anderweitig beschäftigt. :-)

  3. Crazy Girl sagt:

    Ich hatte auch immer alles schön zeitnah gemacht und abgegeben (mache ich jetzt auch noch alles selbst), nur bin ich so ganz und gar nicht mehr knickrig und bezahle den Steuerberater mittlerweile gerne fürs drüber kucken und Stempel drunter klatschen. Nochmal will ich so einen Menschen nicht mehr bei mir stundenlang im Büro sitzen haben ;-)
    Drück Dir auf jeden Fall die Daumen, dass es Dir nicht passiert.

  4. Martin sagt:

    Auch wenn du/man das sicher nicht pauschal sagen kann: Was kostet denn so ein Stempel? Um die Fragen zu konkretisieren, sagen wir mal: minimal?
    Wenn alle Belege schön sortiert sind – und man nicht mehr viele Fragen stellt?
    In der Tat wäre die Aussicht, die ganzen Belege und ein paar Zahlen *abgeben* zu dürfen, recht verlockend ;-)

  5. Crazy Girl sagt:

    Ich hab Dir gerade ne email geschickt (an die Adresse mit der Du bei mir kommentierst). Ist doch ein bissi mehr, was es dazu zu sagen gibt. Das Geld für den Stb ist in jedem Fall gut investiert, selbst wenn man – wie ich – wirklich Ahnung von Buchhaltung etc. hat. Alles kann man nie wissen, es ist wirklich super viel und dauernd ändert sich auch wieder was.

    Übrigens habe ich mehrere tausend Buchungen pro Jahr. Durch meinen Online Shop kommt da doch ganz schön was zusammen, auch wenn es immer mini-Beträge sind. Deswegen gebe ich auch keine Belege ab, sondern Ausdrucke aus meinem Lexware Buchhalter Programm. So minimiert sich das Zeug was ich abgebe auf einen Ordner und nicht gleich den Schubkarre voller Ordner *lacht*.

    Was mir noch einfällt: Wenn Du Mehrwertsteuerfreie Einnahmen hast (z.B. EU Rechnungen mit Umsatzsteuer ID, Adsense oder Amazon Einnahmen etc.) dann kriegst Du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immer wieder eine Prüfung vom Finanzamt wenn Du die Sachen selbst abgibst. Die rechnen nämlich aus den Gesamteinnahmen die UST raus und wenn die nicht mit der ausgewiesenen übereinstimmt bist Du schon ein Kandidat. Nur den Steuerberatern glauben sie scheinbar, dass das auch so stimmt. Abgesehen davon ist bei den Unterlagen, die der Steuerberater fürs Finanzamt erstellt so einiges mehr dabei als wir bei einer einfachen E/Ü abgeben würden. Zu dem Ganzen habe ich durch meinen Shop noch unterschiedliche Mehrwertsteuersätze…

  6. Martin sagt:

    Danke, auch und vor allem für deine Mail, die tiefer ins Detail ging.

    Tausende von Buchungen habe ich nicht, da ich keinen Shop und auch keine Einnahmen durch das Blog habe. Auch keine unterschiedlichen Mehwertsteuersätze. Das macht die Einnahmen und Ausgaben zum Glück recht übersichtlich und der Aufwand ist nicht so groß.

    Es stimmt, alles kann man nicht wissen und gerade die Änderungen machen das Ganze noch unübersichtlicher. Du hast mich jedenfalls angeregt, über das Thema „Steuerberater engagieren“ bzw. „Steuererklärung outsorcen“ intensiver nachzudenken. Abgesehen davon, dass ich die Zeit für die Erklärung sicher angenehmer verbringen kann. :-)

  7. Crazy Girl sagt:

    Just try it ;-) Ich denke an diesen Kosten sparen kann durch aus in “an der falschen Stelle gespart” ausarten…

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