Stereo-Bilder haben mich schon immer interessiert, und ich erinnere mich an verschiedene Phasen, in denen diese immer mal wieder aktuell waren. Ich versuche mich hier an einem Überblick, wo und wann ich in meinem Leben auf solche stereoskopischen Bilder (und verwandte Bereiche) gestoßen bin.

Der Viewmaster

Den ersten Kontakt mit Stereo-Bildern hatte ich durch den ViewMaster bei meiner Oma. Herrlich, da gab es die Scheiben Bildern vom Dschungelbuch, den Peanuts, 20.000 Meilen unter dem Meer – die waren mir etwas unheimlich, da gab es so eine riesige Krake, die das U‑Boot von Kapitän Nemo fest im Griff hatte. Sie hatte außerdem Scheiben mit wundervollen Natur-Bildern von den Niagara-Fällen, aus der Wüste und anderen mehr.

Den Viewmaster haben meine Eltern immer noch, unsere eigenen Kinder interessieren sich leider noch nicht so sehr dafür, es könnte allerdings auch sein, dass ihr Augenabstand noch nicht zum ViewMaster passt. Oder dass Sie durch so neumodische Sachen wie DVDs von den Peanuts und Barbapapa verwöhnt sind. Barbapapa ist auch eine “Damals-Erinnerung” – die aber scheinbar nichts von ihrer Faszination verloren hat, denn die mögen unsere Kinder immer wieder gern ;-)

Zurück zur Stereoskopie:
Später gab es Bastelvorschläge aus der Hobbythek, die für mich mit normalen Mitteln aber kaum möglich waren. Zu finden im Hobbythek-Buch Nr. 3

Der 3D-Effekt entsteht dabei durch zwei nebeneinander gelegte Fotos, die mit zwei parallelen Kameras aufgenommen werden, bei denen der Objektivabstand ungefähr dem Augenabstand entspricht. Man muss die Bilder dann in einem gewissen Abstand “schielend” betrachten, und sie verschmelzen zu einem plastisch wirkenden Bild. Viel besser und ausführlicher ist das bei Wikipedia erklärt. Leider habe ich auf Anhieb im Internet keine Bilder gefunden, die ich als plastisch erkennen konnte, auch die Bilder im oben verlinkten Wikipedia-Artikel funktionieren bei mir nicht so richtig.

In der aktuellen c’t 15/2009 sind aber zwei solcher Bilder auf Seite 95 abgedruckt, die ich für mich erstaunlich plastisch wirken. Es werden auch Möglichkeiten vorgestellt, solche Bilder zu erzeugen, entweder mit einem Scanner oder durch Selbstbau von Parallelkameras. Im Zeitalter der Digitalkameras erscheint mir das heute leichter als noch zu Hobbythek-Zeiten. Das Ergebnis lässt sich auch schneller prüfen als zu den Hobbythek-Zeiten, wo man ja erst mal einen Film (bzw. für Stereobilder zwei Filme) vollknipsen und entwickeln lassen musste.

3D Anaglyph-Bilder / 3D-Brille

Dann gab es in den 80er Jahren noch die mehr oder weniger erfolgreichen Versuche, im Kino und Fernsehen plastisch wirkende Bilder zu zeigen. Ich habe mir damals beim Optiker auch so eine 3D-Brille gekauft, aber so ganz spektakulär war das damals wohl nicht. Die 3D-Brille gibt es jetzt auch wieder in der aktuellen c’t.

Mehr zur 3D-Brille und der dazugehörenden Artikelserie habe ich bereits in meinem Artikel 3D- Stereoskopie in der aktuellen c’t geschrieben.

180°- und 3D-Kinos

Ebenfalls in den 80er Jahren tauchten in Freizeitparks und bei uns auf der Kirmes 180°-Kinos auf. Die Filme waren kurz, und sitzen konnte man nicht. Man musste stehen – was bei dem gezeigten Achterbahnfahrt-Film den optischen Effekt verstärkte.

Im Phantasialand habe ich später so eine Mischung aus IMAX-Kino und Flugsimulator erlebt, bei dem man auf einer Plattform saß, die sich bewegte, und die dadurch den Flug Weltraum (oder flog man durch das Innere eines Flippers?) fühlbarer machte. Na ja, das war eine ziemliche Rumpelei…

In einem der vielen IMAX-Kinos war ich bis jetzt noch nicht – warum eigentlich nicht?

Hologramme

Hologramme sind Bilder mit einem faszinierenden 3D-Effekt. Die meisten dürften Sie von Kreditkarten und Euroscheinen ab 50 EUR aufwärts kennen, und auch auf neueren Personalausweisen findet sich etwas Ähnliches, das sogenannte Identigramm.
Auf den kleineren Euroscheinen, also auf 5-, 10- und 20-Euroscheinen, findet sich rechts ein durchgehender Silberstreifen, dies ist aber ein Kinegramm. Nein, den Unterschied kannte ich vor meinen kleinen Recherchen auch nicht, aber der Unterschied wird beim Betrachten deutlich – das Kinegramm ähnelt eher einem Kippbild, das Hologramm zeigt wirklich plastisch erscheinende Bilder.

In dieser Kleinstvariante sind die Hologramme nicht so faszinierend, aber ich habe mal ein Hologramm in DIN A5 Größe geschenkt bekommen. Es stellte eine Art Hohlkugel mit Löchern dar, und wenn man das Bild langsam bewegt und gutes, von schräg oben auf das Hologramm einfallendes Licht hat, dann kann man durch die Löcher in der Kugel Teile der Rückwand der Kugel sehen, die man in einer anderen Position nicht sehen kann.
Wie gesagt, den Effekt finde ich sehr faszinierend, er ist aber schwierig zu erklären und der technische Hintergrund ist noch schwieriger zu erklären.
Aber das ist so wie mit einem guten Zaubertrick: wenn man den Trick kennt, ist die ganze Illusion dahin. Und so mag ich mir lieber Hologramme anschauen als versuchen den Herstellungsprozess zu verstehen. Ich muss (und kann) nicht alles wissen, oder anders ausgedrückt: “Mut zur Lücke” :-)

Das magische Auge / Magic Eye

Eine sehr populäre 3D-Phase gab es in den 90ern die Magic-Eye-Bilder, bei denen ich beim ersten Bild lange gebraucht habe, um das Prinzip zu begreifen. Als ich endlich das erste Mal das versteckte Bild im Bild gesehen hatte, war der Groschen gefallen, ungefähr so wie auf diesem Beispiel-Bild, das zu den einfach erkennbaren Bildern gehört. Ich war mir nicht sicher, aber die Bilder wirken am Bildschirm genau so gut wie in gedruckter Form. Technisch heißen diese Bilder übrigens single image stereogram (SIS).

Ich habe mir das erste Magic-Eye Buch (auf deutsch “Das magische Auge zu einem meiner Geburtstag gewünscht, und es war schon lustig, wie das Buch von Hand zu Hand ging und die Freunde das Buch vor dem Gesicht vor- und zurück bewegten.
Zur Zeit gibt es das Magic-Eye Buch auch in einer Jubiläumsausgabe.

Ein Einhorn-Poster habe ich auch diesem Geburtstag auch bekommen. Hinter dem Einhorn sind zwei Tannen zu sehen, also nicht verwirren lassen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Effekt bei diesem Bild so gut rauskommt wie auf dem gedruckten Poster selbst, denn ich habe das Poster abfotografiert und dann in der Bildbearbeitung verkleinert. Aber seht selbst:

Einhorn in sis-Technik

Auf dieser Amazon-Seite gibt es weitere Bilder zum Probieren, und zu jedem Magic-Eye-Bild auch in Schwarzweiß (S/W) eine Darstellung, was man in dem Bild eigentlich erkennen soll.
Es ist ein bißchen verwirrend, in der Bilderübersicht unter dem Link “Mehr Bilder anzeigen” ganz links ist ein Bild, auf dem ein Auto (ein VW Käfer?) zu erkennen, der aber nicht in S/W gezeigt wird. Die Rose vom zweiten Vorschaubild ist im dritten Bild (rechts neben der S/W-Rose, das Bild mit den vielen Blumen) zu erkennen.
Die Delphine sollten auf dem Bild mit der Lagune zu erkennen sein, aber ich konnte sie nicht entdecken, wahrscheinlich ist das Amazon-Bild zu stark verkleinert und der Effekt dadurch nicht möglich.

Wer den Trick raus hat, sollte sich unbedingt noch dies animierte Magic-Eye Bild ansehen, das ich gerade beim Forschen gefunden habe und das einen schwimmenden Hai zeigt.

Die 3D-Zukunft

Die Meinungen, was die digitale, mediale Zukunft in Sachen 3D bringt, gehen auseinander. Etwas ausführlicher wird sie jedenfall in der oben erwähnten c’t Artikelserie vorgestellt.

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Ein Kommentar to “3D Stereoskopie – nostalgisch und neu entdeckt”

  1. [...] Thema 3D-Bilder und Stereoskopie hatte ich ja schon mal im Blog, vor einiger Zeit hatte ich via jkleske noch weitere Stereofotos aus dem alten Japan [...]

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