Es ist ein schöner Tag, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, voller Energie will man die Arbeit am Computer beginnen und drückt den Einschaltknopf. Und innerhalb von Sekunden krampft sich der Magen zusammen, weil der Computer ein bisher unbekanntes Geräusch von sich gibt, das nichts Gutes verheißt. Ganz im Gegenteil – das Klopfen, Klackern oder Schleifgeräusch, das nicht wirklich vom Computer, sondern von der Festplatte kommt, kündigt an, dass aus diesem wunderschönen Tag ein miserabler Tag mit vielen Sorgen
und Angstschweiß werden wird.

Es gibt nur dann die Hoffnung, dass dies doch noch ein schöner Tag wird, wenn man gestern (oder wenigstens vorgestern oder vorvorgestern) ein Backup gemacht hat und weiß, dass die regelmäßigen Backups sich auch problemlos wiederherstellen lassen. Aber wer ist zu Hause wirklich so pflichtbewußt? Im Büro, ja, da speichert man alle wichtigen Daten (hoffentlich) vorschriftsmäßig auf dem Server und nicht auf dem eigenen Rechner, und um die Backups des Servers kümmert sich ja der IT-Administrator
- und wenn nicht, wird der einen miserablen Tag haben.

Im Ernst, das Horrorszenario einer defekten Festplatte ist nicht so häufig, wie man annimmt, aber es trifft nie zu einem günstigen Zeitpunkt ein. Ich habe in ca. 20 Jahren Computernutzung bei mir zu Hause schon ca. 10 Festplatten in Arbeit gehabt, fast alle funktionieren auch nach über 10 Jahren immer noch, allerdings sind Festplatten mit 4 GB Kapazität nicht mehr wirklich einsetzbar ;-) Eine alte 5,25" Bigfoot-Festplatte läuft sogar noch, nachdem ich vor Jahren interessenhalber das Gehäuse aufgeschraubt
habe – wovor ich meine Leser natürlich eindringlich warne wenn die Festplatte noch irgendwelche wichtigen Daten enthält! Viel häufiger als ein wirklicher Hardwarefehler sind "zerschossene" Dateisysteme, irrtümlich gelöschte, überschriebene oder formartierte Daten.

Aber dieses Jahr war es zum ersten Mal soweit, nach einem Umzug gab eine meiner externen Festplatten (Samsung Spinpoint 1614C, 160 GB, SATA) völlig unerwartet ein Klackern von sich. Und es wurde kein so guter Tag. Denn die externe Platte enthielt zwar keine aktuellen Daten, aber ein parallel installiertes Windows (mein in die Jahre gekommenes und deswegen überfrachtetes "Hauptwindows" genauer gesagt) mit aktuellen Systemeinstellungen, viele Archivdaten wie Photos, auch Backupdaten wie z.B. Backups von Videotutorials.
Zu viele, große und ältere Daten, um sie jeden Tag mit einem Backup zu sichern, aber trotzdem nicht wertlos. Ich war also nicht unter Zeitdruck, wollte aber meine Daten trotzdem gerne wieder haben. Denn schlimmer als die Möglichkeit, nicht auf meine Daten zugreifen zu können, war die Ungewißheit, auf welche Daten ich denn nicht zugreifen konnte.

Wer wissen möchte, wie ich meine Daten überwiegend retten konnte und ob der Festplatte-ins-Gefrierfach-Trick bei mir funktioniert hat, darf gerne meinen RSS-Feed abbonieren, dann bleibt er auf dem Laufenden wenn der Artikel fortgesetzt wird.
Es soll ein längerer Artikel werden, in dem ich meine Erfahrungen mit der Datenrettung schildern möchte und natürlich auch Möglichkeiten zur Vorbeugung von Datenverlust.

Wer sich dafür interessiert, wie die Profis Daten retten, und welche Geräusche defekte Festplatten von sich geben können, sollte sich diese Seite von ACS Data Recovery ansehen. Rechts oben finden sich Links zu Soundaufnahmen von defekten Festplatten, der zweite Link ("Bad Head") hört sich genauso an wie meine Festplatte…

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